Sellaronda – eine etwas andere Skitour

Unsere Woche Skiurlaub fiel heuer auf Anfang Februar. Nach langen Planungen mit unseren Skitourenführern, den Wetter- und Lawinenlageberichten, entschieden wir uns, die Woche nach Südtirol aufzubrechen. Bereits am Donnerstag Abend sortierten wir unser ganzes Equipment fürs Skitouren und Eisklettern, und verstauten alles in unserem Wohnmobil. Freitag Abend brachen wir dann Richtung Süden auf. Unser erstes Ziel: Camping Marmolada in Canazei im Fassatal der Dolomiten. Doch soweit kam es erstmal nicht. Das Wetter sollte Samstag noch nicht so gut werden, und irgendwie wollten wir erstmal etwas zur Ruhe kommen. Kurzentschlossen steuerten wir den Stellplatz an der Alianzarena in München an. Samstag Vormittag machten wir dann erstmal eine Shopping-Tour durch die Innenstadt, genauer gesagt durch die großen Sportgeschäfte. Am Nachmittag setzten wir dann unsere Fahrt in die Berge fort. Als wir die Brennerautobahn verließen, fing es an zu schneien, sodass wir auf den schlängelnden Talstraßen etwas langsamer vorankamen. Auf dem Sellapass zogen wir dann erstmal die Schneeketten auf, bevor es die Kehren nach Canazei nach unten ging. Schnell an der Rezeption angemeldet und das Womo campingfertig gemacht, ließen wir den restlichen Abend gemütlich Ausklingen.

Sellaronda – einmal um den Sellastock

Am nächsten Morgen stiegen wir zeitig aus den Betten. Schnell aber ausgiebig frühstücken, fertig machen und in das warme Skioutfit hüllen, denn unser Plan war es eine der ersten Bahnen zu erwischen, die sich auf der anderen Straßenseite des Campingplatzes befindet. So standen wir Punkt 8.30 Uhr mit den gekauften Liftpässen an der Talstation der Belvedere – Umlaufbahn, als diese ihre Schranken öffnete. Einmal umsteigen in die Pendelbahn, und schon standen wir an der Gipfelstation des Belvedere (2377m). Hier trennte uns nur noch eine Abfahrt zum Einstieg in die Sella-Runde.

DSCN4791
Ausblick von Belvedere auf den Sellastock
DSCN4792
Aussicht von der Belvedere-Gipfelstation

Wir entschieden uns die Umrundung gegen den Uhrzeigersinn zu fahren um die herrliche Morgensonne zu genießen. Wir starteten also am Rifugio Sas Bece in Richtung Osten. Bei herrlicher Sonne und Eiseskälte fuhren wir uns auf den ersten Pisten warm und genossen die herrliche und einmalige Landschaft. Immer den gut ausgeschilderten Pisten und Liften nach, vorbei an dem angrenzenden Skigebiet Arabba. Über große Verbindungswege oder eher schon Pisten, erreichten wir schon bald die Skiregion Alta Badia. Den Blick in die Ferne schweifen lassend, kann man erahnen, wie weit sich hier noch fahren ließe.

Vom Touristenörtchen Corvara ging es dann erstmal mit einer Verbindungsseilbahn weiter in das Skigebiet Val Gardena/Gröden. Mit einer weiteren Gondelbahn und zwei kleinen Sesselliften überwanden wir das Grödner Joch. Über eine schöne lange Abfahrt erreichten wir Selva Wolkenstein. Hier führte die Piste direkt durch die Ortschaft zwischen den Häusern hindurch bis zur Hauptstraße. Auf der Anderen Straßenseite wartete schon die Ciampioni Seilbahn.

DSCN4807
Bunte gondeln verbinden die Skigebiete Alta Badia und Val Gardena
IMG_20180204_112950
Blick vom Grödner Joch auf den Langkofel und über das Grödner Tal

Vorbei am Langkofelmassiv und durch die Steinerne Stadt gelangten wird zum Sellajoch, wo wir erstmal unsere verspätete Mittagspause nachholten. Nach einer ordentlichen Stärkung machten wir uns wieder auf die Skier, um die Runde zu vollenden. Uns trennte von hier aus nur noch eine längere Abfahrt und eine Gondelfahrt zu unserem Ausgangspunkt am Sass Bece. Hier ließen wir den Tag noch mit ein paar Fahrten ausklingen, bevor es mit müden Knochen zurück ins Tal ging.

Fazit:

Mit der Sellaronda erfüllten wir uns einen Traum, da wir diese Runde schon lange befahren wollten, aber immer etwas dazwischen kam. Gerade bei so einem Traumwetter, wie wir es hatten ist dieses riesige Skigebiet einmalig und für jeden ambitionierten und konditionsstarken Skifahrer nur zu empfehlen. Wichtig ist bei der Sellaronda, dass man spätestens um 15 Uhr am letzten Pass ist, um rechtzeitig vor Bahnschluss wieder zu Ausgangspunkt zu gelangen.

Daten:

  • Strecke: circa 54 km
  • Dauer: 4,5 Stunden
  • Höhenmeter: 5106 Meter Aufstieg, 5556 Meter Abstieg

Alle Impressionen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ein Kommentar Gib deinen ab

Kommentar verfassen